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Sa, 11:00 | Isabella Guanzini, Vortrag: Zärtlichkeit des Endlichen. Anerkennungsprozesse in Krisenzeiten

In einer von Beschleunigung, Leistungsdruck und sozialer Verhärtung geprägten Gegenwart muss die Frage gestellt werden, ob die Kategorie der Zärtlichkeit – jenseits romantischer Rhetorik und überflutender Sentimentalität – überhaupt noch möglich ist. 

Gerade in Krisenzeiten kann sie jedoch eine Form des Protests und der Widerständigkeit verkörpern, die ein anthropologisches, ethisches und politisches Potenzial entfaltet, unsere Weltbeziehung zu transformieren und neue, menschlichere Horizonte des Zusammenlebens im Hier und Jetzt zu eröffnen. 

Zärtlichkeit entspricht dabei nicht der Erfahrung eines vagen Gefühls der Nähe oder Rührung, sondern der elementaren Wahrnehmung von Endlichkeit – der Verletzlichkeit und Vergänglichkeit aller Dinge. In Krisenzeiten erweist sie sich so als psychische und soziale Ressource, die neue Formen von Anerkennung, Verbundenheit und Hoffnung ermöglichen kann.